März 22

Introvertiert in der Schule

Introvertierte gelten als leise und nachdenklich.
Eigentlich sollten dies ja zwei der wichtigsten Eigenschaften sein, um in der Schule Erfolg zu haben. Doch leider stehen dem auch gleich mehrere Dinge im Wege.

Mir sind ganz besonders die Situationen im Gedächtnis geblieben, als ich von meinen Lehrern angesprochen wurde, wo ich denn gerade mit meinen Gedanken sei.
Meistens war ich gedanklich gerade ganz weit weg. Der Lehrer sagte irgendwas zum aktuellen Stoff, ich dachte drüber nach und meine Gedanken waren irgendwann bei allen möglichen Themen.
Was allerdings nicht heißt, das ich nicht gründlich über das Thema nachgedacht habe. Doch leider erkannten dies die Lehrer nicht.

Es gibt auch andere Situationen in denen man es als Intro nicht unbedingt leicht hat.
Stellt euch vor ihr bearbeitet gerade ein sehr komplexes Thema das ihr vielleicht verstanden habt, klare Gedanken oder eine Kurzfassung des Themas aber nahezu unmöglich erscheinen.
Und genau bei diesem Thema, am besten noch wenn ihr im Moment absolut versunken in eure Gedanken seit, ruft euch der Lehrer an die Tafel und ihr sollt vor eurer kompletten Klasse eine Aufgabe lösen. Stellen sich bei euch auch die Nackenhaare auf wenn ihr auch nur darüber nachdenkt? Mir jedenfalls geht es so.
In solchen Situationen fühlte ich mich schnell überfordert, die Konzentration verschwand und ich machte nur Unsinn. Das wirkt sich natürlich wunderbar auf die Note aus…

Im deutschen Notensystem sind die mündlichen Noten leider auch sehr hoch bewertet.
Noten die darauf beruhen, wie oft man sich meldet und wie „richtig“ eure Antworten sind.
Mich hat folgendes damals immer wahnsinnig gemacht:
Der Lehrer stellt eine Frage, mehrere Mitschüler und ich haben sich gemeldet, einer nach dem anderen wurde dran genommen bis jeder was gesagt hat und am Ende wurde alles zusammengefasst.
Wo bitte findet in einer solchen Situation ein Gedankenaustausch statt? Nicht selten hätte ich gerne über die verschiedenen Antworten gesprochen und mir erklären lassen, beziehungsweise selbst gerne erklärt, wie ich zu dieser Antwort gekommen bin. Leider wurde allerdings viel zu oft mit richtig und falsch bewertet und das Thema war beendet.

Doch es gibt nicht nur negatives für einen introvertierten in der Schule.
Ihr müsst für eine wichtige Klausur lernen und dafür am besten über Stunden alleine in eurem Zimmer hocken? Nichts leichter als das.
Ok.. lernen ist vielleicht nicht spannend, aber stellt euch mal einen extrem extrovertierten in dieser Situation vor. Über Stunden muss der gute alleine im Zimmer sein. Keinen Kontakt zu seinen Mitmenschen und damit Energiespender. Nicht verwunderlich das er bald zum Handy greift und damit abgelenkt ist. Wenigstens bleibt man als Intro davon verschont 😉

Fazit: Ob Intro- oder Extrovertiert, Schule ist nie leicht aber verdammt wichtig (unter anderem für die Rechtschreibung 😉 ). Versucht also am besten eure eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und diese zu nutzen beziehungsweise zu verbessern.
Eventuell wird unser Schulsystem ja irgendwann mal überarbeitet *schmunzel*

liebe Grüße

Moerkel


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VeröffentlichtMärz 22, 2017 von Moerkel in Kategorie "Infos für Intros

Über den Autor

Seit 1986 genieße ich die Welt. Erst spät erkannte ich das ich eher zu den Introvertierten gehöre. Diese Einsicht hat mein Leben allerdings entscheidend bereichert. Darüber und über vieles andere möchte ich mit euch schreiben.

1 COMMENTS :

  1. By fdagner on

    Ich versuche als Lehrer die Bedürfnisse introvertierter Schüler zu berücksichtigen, schaffe es aber selbst nicht immer. Es ist als Lehrer nicht einfach allen gerecht zu werden, den Stoff in kurzer Zeit „durchzubringen“ UND dann noch alle zur selben Zeit ins Ziel (=Abschluss) zu bringen. Ich versuche es eher pragmatisch umzusetzen. Ein System, in dem alle zu 100 % immer reinpassen, gibt es nicht.

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